17. September 2021

Maritime Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern: Mit Innovationskraft in die Zukunft

Mit dem Schwerpunkt „Vorreiter für Zukunftslösungen“ zeigte die maritime Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns bei ihrer 9. Zukunftskonferenz am 8. und 9. September ihr großes Innovationspotential und gab Antworten auf die aktuellen Herausforderungen. Vertreter maritimer Unternehmen sowie aus Wissenschaft und Politik aus Norddeutschland und darüber hinaus, tauschten sich in Rostock zu aktuellen Trends, Innovationen und deren praktische Umsetzung aus.

Den Auftakt zur 9. Zukunftskonferenz bildete die Fachveranstaltung „Galileo/EGNOS – Perspektiven und Anwendungen im maritimen Umfeld“, die am 8. September 2021 in Rostock-Warnemünde vom Maritimen Cluster Norddeutschland e. V. durchgeführt wurde. 20 Expert*innen aus den unterschiedlichsten Bereichen informierten sich über aktuelle Anwendungen globaler Navigationssatellitensysteme (GNSS) mit Fokus auf dem Galileo-System.

So stellte Dr. Ralf Ziebold vom Institut für Kommunikation und Navigation des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Neustrelitz neue Konzepte für die Nutzung von Globalen Navigationssatellitensystemen in Häfen vor.

Hans Visser von der Fugro Innovation & Technology B.V. aus den Niederlanden zeigte in seinem Vortrag, wie Fugro mit Hilfe von GNSS (inklusive Galileo) Schiffe bei Baggerarbeiten, hydrographische Arbeiten, Forschungsreisen, Offshore-Windparks oder auch Kabelverlegungen zentimetergenau positionieren kann.

Dr. Patrick Henkel, Gründer und Geschäftsführer der ANavs GmbH berichtete über „Multi-Sensor Precise Point Positioning for Ships“ und welche Herausforderungen dabei zu meistern sind.

Dr. René Zweigel von der RWTH Aachen und Dr. Martin Kurowski von der Universität Rostock präsentierten die Ergebnisse des Projektes GALILEOnautic, das wichtige Voraussetzungen für eine voll automatisierte Schifffahrt erforscht hat. Zum Beispiel Assistenzsysteme für den Schiffsführer, Kollisionsvermeidungssysteme, die Beobachtung der Verkehrssituation und eine dynamische Routenanpassung, Risikoanalyse und Verkehrsvorhersage, Datensicherheit sowie vieles andere mehr.

Die anwesenden Experten und Expertinnen nutzten die Veranstaltung für einen regen fachlichen Austausch mit den Teilnehmenden und auch untereinander.

Am zweiten Konferenztag gaben renommierte Referenten in drei Themenkomplexen einen kompakten Überblick über internationale Entwicklungen bei Klimaschutztechnologien, Effizienz, Digitalisierung und Cyber Security in der maritimen Branche.

„Die traditionsreiche, maritime Wirtschaft in MV befindet sich in stürmischer See. Als international aufgestellte Branche ist sie in besonderer Weise den Veränderungen ausgesetzt, die neben den Auswirkungen der Coronakrise auch die steigenden Anforderungen beim Umwelt- und Klimaschutz sowie die digitalen Transformationsprozesse mit sich bringen. Darauf gilt es zu reagieren und nach vorn zu blicken“, betont Klaus-Jürgen Strupp, Präsident der IHK zu Rostock. „Die Konferenz zeigt eindrucksvoll, dass Mecklenburg-Vorpommern aufgrund der großen Innovationskraft der maritimen Branche deutschlandweit und global eine Vorreiterrolle einnehmen kann. Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der maritimen Wirtschaft in unserem Bundesland künftig sicher zu stellen und die Herausforderungen zu meistern, sind Investitionen in Aus- und Weiterbildung, Forschung und Entwicklung unerlässlich. Wichtig ist ein klares, verbindliches, von allen Ressorts der Landesregierung mitgetragenes Bekenntnis zur zukunftsfähigen maritimen Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns. Der politische Fokus muss dabei allen zur Branche gehörenden Wirtschaftszweigen gleichermaßen gelten“, so Strupp weiter.

Im Hinblick auf die Landtagswahl hat der Ausschuss „Maritime Wirtschaft der Industrie- und Handelskammern in MV“ ein Positionspapier mit Kernbotschaften und -forderungen zu den Bereichen Schiffbau- und Zulieferindustrie, Hafenwirtschaft und Schifffahrt bis zu Offshore-Windenergie sowie Meerestechnik erarbeitet. In dem Papier, das im Rahmen der Zukunftskonferenz veröffentlicht wird, wird die Landesregierung aufgefordert, sich u.a. für die vereinfachte und beschleunigte Auftragsvergabe von Behördenschiffen, international gleiche Wettbewerbsbedingungen und ein europäisches Flottenprogramm einzusetzen.

Damit die Häfen die Energiewende aktiv mitgestalten können, sind hohe Investitionen in die Ausstattung von Terminals und Verteilinfrastruktur für Energieträger wie Liquified Natural Gas (LNG), Wasserstoff, CO2-neutrale Kraftstoffe sowie Biomasse zu tätigen. Der Einsatz alternativer Kraftstoffe/ alternativer Antriebe in den Hafenbetrieben selbst muss dabei in besonderem Fokus stehen und z.B. durch Förderprogramme unterstützt werden. Im Hinblick auf die Attraktivität des maritimen Wirtschaftsstandortes wird weiterhin eine deutliche Beschleunigung der Planfeststellungs- und Genehmigungsverfahren sowie die Stärkung der Ausbildungseinrichtungen zur Sicherung der Fachkräfte und der maritimen Fachkompetenz eingefordert. Der vom Land unterstützte Aufbau des Ocean Technology Campus (OTC) wird national und international als Impulsgeber für Innovationen wahrgenommen. Die begonnene Entwicklung gilt es konsequent durch die Bündelungen von Kompetenzen aus Wirtschaft, Forschung und Bildung am OTC weiterzuführen und durch die öffentliche Verwaltung konstruktiv zu begleiten.

Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern unterstrich: „Die maritime Branche gehört zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Unsere Häfen und ihre Infrastruktur sind auch dank der langjährigen finanziellen Unterstützung des Landes hochmodern und gut erschlossen. Zunehmende Anforderungen an den Klimaschutz und die Digitalisierung der Wirtschaft lassen uns aber keine Zeit zum Ausruhen, sondern erfordern gemeinsame Anstrengungen von Wirtschaft, Politik und Forschung, um die Branche weiterhin zukunfts- und marktfähig zu halten. Einen weiteren Schwerpunkt unserer künftigen Bestrebungen stellt der Fokus auf die Potenziale der Freizeitschifffahrt dar, für die unser Land die besten Voraussetzungen bietet. Auch der Bund hat diese Potenziale erkannt und mit der Änderung des Bundeswasserstraßengesetzes bereits den Weg freigemacht für hoheitliches Verwaltungshandeln des Bundes in diesem Bereich. Der Ausbau von Schleusen, die flächendeckende Ausstattung mit Internet entlang der Wasserstraßen und bessere digitale Informationssysteme für Freizeitwassersportler sind nur einige der anspruchsvollen Ziele. Ein spannendes und umfangreiches Unterfangen, das wir intensiv unterstützen werden.“

Der stellvertretende Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern und Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe hob hervor: „Der Einbruch durch die COVID-19-Pandemie verursachte Krise macht sich in der maritimen Industrie weiter bemerkbar. Neben den Werften sind die den Schiffbau ergänzenden maritimen Zulieferer und Dienstleister ebenfalls von der Pandemie betroffen. Die gesamte Branche ist von außerordentlicher wirtschafts- und auch beschäftigungspolitischer Bedeutung für das verarbeitende Gewerbe. Die Landesregierung hat von Anfang an geholfen und unterstützt auch weiter Unternehmen dabei, die Auswirkungen der Krise bestmöglich zu bewältigen. Der fortwährende Strukturwandel bietet dabei stets Chancen zur Weiterentwicklung. Ein Schlüssel liegt darin, Forschung, Entwicklung und Innovation intensiv voranzutreiben. Die Entwicklung und Produktion marktfähiger und nachhaltiger Produkte sichert und schafft Arbeitsplätze im Land."

Die Konferenz wurde vom Ausschuss Maritime Wirtschaft der Industrie- und Handelskammern Mecklenburg-Vorpommerns in Kooperation mit dem Maritimen Cluster Norddeutschlands organisiert und durch das Land MV unterstützt.

Fakten maritime Wirtschaft MV:

Zur maritimen Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern zählen die Bereiche Schiff- und Bootsbau, maritime Zulieferindustrie, Schifffahrt und Häfen, Offshorewind, maritimer Tourismus, Fischerei, Marine und maritime Forschung/Lehre sowie maritime Verwaltung/Verbände

In MV erwirtschafteten mehr als 2.000 Betriebe im maritimen Bereich mit mehr als 37.500 Beschäftigten im Jahr 2019 bei einem Umsatz von etwa 6,6 Milliarden Euro eine Wertschöpfung von 2,5 Milliarden Euro. Das geht aus einer Studie der IHK zu Rostock hervor.

Alle Informationen finden Sie unter

www.rostock.ihk24.de/zukunftskonferenz

 

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Über das Maritime Cluster Norddeutschland (MCN e. V.)

Das Maritime Cluster Norddeutschland (MCN) fördert und stärkt die Zusammenarbeit in der norddeutschen maritimen Branche. Es ermöglicht Plattformen des Dialogs der Akteure untereinander und fördert Innovation und Schnittstellen zu anderen Branchen. Mit Geschäftsstellen in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist das MCN präsent und kooperiert mit den Akteuren vor Ort. Es unterstützt unter anderem bei der Suche nach Innovationspartnern, berät zu Fördermitteln und vermittelt Kontakte in die maritime Branche. Mehr als 350 Unternehmen und Institutionen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik sind Mitglied im MCN. Insgesamt zehn Fachgruppen koordiniert das MCN zu den Themen Innovationsmanagement, Maritime Informations- und Kommunikationstechnologien, Maritimes Recht, Maritime Sicherheit, Maritime Wirtschaft Offshore Wind, Personal und Qualifizierung, Schiffseffizienz, Unterwasserkommunikation, Yacht- und Bootsbau sowie Clusterfunk.
Das Maritime Cluster Norddeutschland wurde 2011 gegründet. Zunächst arbeiteten die Länder Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein in dem länderübergreifenden Cluster zusammen, im September 2014 kamen auch Bremen und Mecklenburg-Vorpommern hinzu. Seit 2017 agiert das MCN als Verein. www.maritimes-cluster.de

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