06. Mai 2022

Hamburgische Wasserstoffwirtschaft: Industriecluster arbeiten zusammen

Ulf Kaspera beim Maritimen Brandschutztag 2022

© MCN e. V.

Zweites Cross-Cluster-Event „Anwendung von Wasserstoff in Hamburgs Industrieclustern“ von Erneuerbare Energien Hamburg, Hamburg Aviation, Hamburg Cruise Net, Logistik-Initiative Hamburg und Maritimes Cluster Norddeutschland durchgeführt

Die Hamburger Industriecluster haben gestern zum zweiten Mal ein gemeinsames Informations- und Austauschevent durchgeführt, in dem über den Entwicklungs- und Projektstand von Wasserstoffanwendungen in der Industrie und bei den unterschiedlichen Verkehrsträgern zu Lande, zu Wasser und in der Luft informiert wurde. Bei Querschnittsthemen mit Standortbezug wie z. B. Fragen der Verkehrsinfrastruktur, der zukünftigen Energieträger oder beim Thema Fachkräfte arbeiten die Cluster eng zusammen. Statt eines Digital-Events wie im vergangenen Jahr waren dieses Jahr über 150 Gäste aus Wirtschaft und Politik im Hotel Lindner Am Michel anwesend.

Die Veranstaltung wurde eröffnet mit zwei Grußworten aus der Landes- und Bundespolitik:

„Im vergangenen Jahr hat das EEHH-Cluster mit seiner neuen Strategie seine bisherigen strategischen Handlungsfelder Erneuerbare Energien, Sektorenkopplung und Energiewende mit dem Thema Wasserstoffwirtschaft verzahnt und damit wertvolle Synergien sowie einen zentralen, gemeinsamen Ort für sämtliche Akteure der Wasserstofflandschaft geschaffen. Die Kooperationen von EEHH mit den Industrieclustern aber auch mit hySOLUTIONS sind strategisch sehr wichtig für unseren Wasserstoffstandort. Denn, wenn wir diese Kompetenzen über Branchengrenzen hinweg, clusterübergreifend zusammenbringen und bündeln, können wir bei diesem Thema richtig Fahrt aufnehmen.”
Senator Michael Westhagemann, Behörde für Wirtschaft und Innovation

„Wasserstoff-Technologien spielen eine zentrale Rolle für den Klimaschutz in unterschiedlichen Verkehrsanwendungen. Mit der Umsetzung der Nationalen Wassersstoffstrategie sind erste wichtige Schritte erfolgt. Jetzt braucht es einen schnellen Markthochlauf und Skalierung in den Anwendungen.“
Ulrich Benterbusch, Leiter der Unterabteilung IIB, Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

Wasserstoff-Cluster baut Brücke zwischen Erneuerbaren Energien sowie Industrie und Verkehrsträgern
Der Ausbau der erneuerbaren Energien bildet die Basis der Wasserstoffwirtschaft – als Energieträger kann grüner Wasserstoff grünen Strom speichern und ihn zeit- und ortsunabhängig nutzbar machen. So können auch nicht-elektrifizierbare Prozesse und Anwendungen in den Sektoren Industrie und Verkehr dekarbonisiert werden. Die Erneuerbare Energien-Branche wird damit zunehmend zum Enabler für Sektorenkopplung und die Defossilierung des Transportsektors. Die Vernetzung der Akteure und den Anschub neuer Projekte treibt das Erneuerbare Energien Hamburg-Cluster aktiv voran, etwa mit dem Forum Wasserstoff.

Wasserstoff in der Luftfahrt: Eine Schlüsseltechnologie für die Dekarbonisierung
Neben anderen nachhaltigen Energieträgern wie Sustainable Aviation Fuel wird Wasserstoff von zentraler Bedeutung in der Luftfahrt sein. Zahlreiche Akteure arbeiten in Hamburg an einer neuen Generation von Antrieben auf Basis von Wasserstoff. Dazu zählen sowohl hybride Brennstoffzellenantriebe als auch Triebwerke, die Wasserstoff direkt verbrennen. Auch wird an der Infrastruktur geforscht, die zum Beispiel für das Betanken von Flugzeugen mit Wasserstoff notwendig ist. Um bis 2050 klimaneutral zu werden braucht es einen ganzheitlichen Ansatz und die Mitwirkung von Industrie, Forschung und Politik, damit dieser dringend erforderliche Treibstoff in der Luftfahrt zum Einsatz kommen kann.

Kreuzschifffahrt nimmt Kurs auf alternative Energieträger und Wasserstoff
Die (Kreuz)-Schifffahrt arbeitet seit geraumer Zeit gemeinsam mit Werften, Motorenherstellern und Treibstoffproduzenten an der Einsatzreife alternativer Energieträger. Dabei geht es in verschiedenen Forschungsprojekten um Methanol, Ammoniak und auch grünen Wasserstoff; LNG-Schiffe sind bereits im Einsatz. Matthias Becker, Managing Director/ General Manager Marine Wärtsilä Deutschland GmbH, hat mit seinem Vortrag den Weg in die emissionsneutrale Kreuzfahrt und dabei aktuelle Forschungsprojekte iS Wasserstoff skizziert.

Neues Intralogistikprojekt mit Wasserstoffkooperation
Der abschließende Vortrag von Ulf Lemke – Business Development bei Hydrogentle – über Wasserstoffanwendungen in intralogistischen Lösungen, schloss mit der Ankündigung über die Zusammenarbeit mit der Still GmbH im Rahmen der innerbetrieblichen Logistik. Die Kooperation umfasst die gemeinsame Bedienung von Kundenanfragen für Flurförderfahrzeuge, um einen ganzheitlichen Ansatz für wasserstoffbetriebene Infrastrukturen anzubieten. Nach dem One-Face-to-the-Customer-Prinzip wird die gesamte Spannbreite von intralogistischen Wasserstofflösungen dargeboten. Der Projektauftakt bietet einen großem Mehrwert für die Hamburger Logistikcommunity.“

Binnen- und Seeschiffahrt mit unterschiedlichen Voraussetzungen
Wasserstoff spielt bei der Emissionsreduzierung auch in der maritimen Industrie eine große Rolle. Das Maritime Cluster Norddeutschland (MCN) begleitet dieses Thema auf vielfältige Weise. Im Kontext von Projekten und Arbeitsgruppen beschäftigt sich das MCN mit den Eigenschaften verschiedener Energieträger und deren Einsatzmöglichkeiten. So sind für die Binnenschifffahrt andere Energieträger geeignet als für die Seeschifffahrt. Das Thema Wasserstoff findet seit Herbst 2021 Eingang in die Arbeit des MCN. Im Rahmen der Vorbereitung des auf Wasserstofftechnologien ausgerichteten Innovations- und Technologiezentrum Nord (ITZ) unterstützt das MCN unter anderem bei der Vermittlung relevanter Kontakte.

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Über das Maritime Cluster Norddeutschland

Das Maritime Cluster Norddeutschland (MCN) fördert und stärkt die Zusammenarbeit in der norddeutschen maritimen Branche. Es ermöglicht Plattformen des Dialogs der Akteur:innen untereinander und fördert Innovation und Schnittstellen zu anderen Branchen. Mit Geschäftsstellen in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist das MCN präsent und kooperiert mit den Akteur:innen vor Ort. Es unterstützt unter anderem bei der Suche nach Innovationspartner:innen, informiert zu Förderprogrammen und vermittelt Kontakte in die maritime Branche. Mehr als 350 Unternehmen und Institutionen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik sind Mitglied im MCN. Insgesamt neun Fachgruppen koordiniert das MCN zu den Themen Innovationsmanagement, Maritime Informations- und Kommunikationstechnologien, Maritimes Recht, Maritime Sicherheit, Maritime Wirtschaft Offshore Wind, Personal und Qualifizierung, Schiffseffizienz, Unterwasserkommunikation sowie Yacht- und Bootsbau.
Das Maritime Cluster Norddeutschland wurde 2011 gegründet. Zunächst arbeiteten die Länder Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein in dem länderübergreifenden Cluster zusammen, im September 2014 kamen auch Bremen und Mecklenburg-Vorpommern hinzu. Seit 2017 agiert das MCN als Verein.

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