Maritimer Kalender

27. REGWA Symposium 2020

04.11.2020 – 06.11.2020
Online-Event
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Das IRES und die Hochschule Stralsund laden zum 27. REGWA Energiesymposium vom 04. bis 06. November 2020 ein. Am Mittwoch (04.11.) wird vor allem der fachliche Austausch über die maritime E-Mobilität im Mittelpunkt stehen. Am Donnerstag (05.11.) und Freitag (06.11) folgen die Fachvorträge zur Energiewende, Wasserstofftechnik und Einsatz regenerativer Energien.

Der Stand der Dinge

In China werden die bei weitem meisten Brennstoffzellen betriebenen PKWs und Busse gebaut und betrieben. Die staatliche Förderung für Batterie-elektrische Fahrzeuge wurde 2019 dort eingestellt, weil es als unwahrscheinlich angesehen wird, im ganzen Land eine Ladeinfrastruktur für diese Art der Mobilität zu schaffen. In Japan wird eine neue Fabrikation für den Brennstoffzellen-elektrischen Toyota „Mirai“ gebaut, um in absehbarer Zukunft die Wartezeit beim Kauf eines solchen Wagens auf ein halbes Jahr zu senken. Die Anschaffung von Brennstoffzellen-Hausheizsystemen wird seit zwei Jahren etwa schon nicht mehr gefördert, weil die Preise solcher Heizungen sich infolge der Absatzzahlen an die konventionellen Heizungen angeglichen haben. Der südkoreanische Hyundai-Konzern baut seit 2013 als weltweit erster Hersteller Brennstoffzellen-SUV in Serienproduktion und hat mit der Lieferung von 1600 Brennstoffzellen-LKW bis 2025 in die Schweiz begonnen.

In Deutschland brüten Bundesministerien und Bundesrat über dem Entwurf einer Nationalen Wasserstoff Strategie, wobei die norddeutschen Länder einschließlich Mecklenburg-Vorpommerns bereits im vorigen Jahr ein ihr Territorium betreffendes Vorläuferdokument erarbeitet hatten. Wir sehen, es geht voran in Richtung grünen Wasserstoffs, auch wenn im Prinzip bisher noch immer nur Absichten erklärt werden. Regelungen, die ermöglichen sollen, Herstellung und Einsatz von grünem Wasserstoff als Businesscase zu betreiben, liegen aber gewissermaßen in der Luft (z.B. „CO2-Steuer“). Grüner Wasserstoff gilt mittlerweile allgemein als unabdingbar für die Nutzung regenerativer Energie. Er wird als Speichermedium für nicht verbrauchsgerecht produzierten grünen Strom benötigt. Er wird dessen Vergleichmäßigung ermöglichen und damit das Vorhalten konventionell befeuerter (Regelleistungs-)Kraftwerke unnötig machen und die unsägliche Abschaltepraxis für Wind- und Photovoltaikanlagen beenden. Zugleich stände materialisierter Strom als Kraftstoff zur Verfügung wie auch zum Ersatz von auf fossiler Basis hergestelltem Wasserstoff für die Produktion von Kohlen-Wasserstoff-Materialien aller Art. Direkt eingesetzt oder dem Erdgas beigemischt beginnt grüner Wasserstoff auch den Wärmemarkt zu dekarbonisieren. Im Blickfeld zur Nutzung des sauberen Energieträgers stehen schließlich solche für die Wirtschaft fundamentale Produktionen wie die Stahlherstellung.

All dies bedeutet, es haben sich neue Perspektiven für das Verhältnis von Menschen und Natur aufgetan, neue Dimensionen für endlich Nachhaltigkeit in Technik und Produktion. Längst ist dabei deutlich geworden, wir wenigen Deutschen werden Klimaänderungen nur marginal beeinflussen. Wohl aber können wir ein Beispiel geben und wir müssen uns um die Chance bemühen, von dem Export der notwendigen Maschinerie (Elektrolyseure, Brennstoffzellen, Speichertechnologie) zu leben. Bei all dem ist auch klar geworden, dass in Deutschland viel mehr grüne Energie gebraucht werden wird, als im Lande hergestellt werden kann.

Was wird das 27. Symposium bringen?

Die Region Nordvorpommern-Rügen ist als eine von neun Regionen durch die NOW ausgewählt worden, innerhalb des HyStart-Programms dafür unterstützt und gefördert zu werden, für das Territorium Projektvorschläge für die Einführung grünen Wasserstoffs zu entwickeln. Vielleicht könnten wir uns in diesem Zusammenhang an dem „Wind im Tank“ – Projekt für die Westküste von Schleswig-Holstein orientieren, das auf der vorjährigen REGWA-Tagung durch GPJoule vorgestellt wurde. Denn wenigstens eins ist an diesem Vorhaben interessant: Solange Innovation wegen nachhinkender Regulierung gehemmt wird, kann man bahnbrechende Projekte an veralteten Regeln vorbei lenken. Vielleicht könnte in diesem Zusammenhang auch an frühere großzügig geförderte Projekte angeknüpft werden: Immerhin existiert im Klärwerk Barth seit 2003 eine H2-Tankstelle mit Elektrolyseur vor dem Hintergrund der Nutzung regenerativer Energie, es wird mittlerweile aber nur der Sauerstoff für die Betreibung des Klärwerks verwendet. Immerhin ist der 2006 übergebene „Pommernbus“ mit Brennstoffzelle, ein Produkt eines Stralsunder Unternehmens, durchaus noch in einem Zustand, der ein „Aufmöbeln“ und die erneute Inbetriebnahme erlauben sollte.

Zumindest an diesen Stellen bestehen Diskussionsbedarf und die Notwendigkeit, dass sich Projektpartner zusammenfinden.

Vorträge sind zu folgenden Schwerpunktthemen geplant:

Wird die Verknüpfung mit grünem Wasserstoff der Windindustrie unseres Landes wieder aufhelfen, nachdem sie auch durch politische Fehlentscheidungen in Schwierigkeiten gekommen ist? Wird sich die deutsche Automobilindustrie der Brennstoffzelle vorbehaltlos zuwenden und damit Auftrieb gewinnen? Weitet sich die Energiewende mittels grünen Wasserstoffs zur generellen Wende zu Nachhaltigkeit bei Produkten und Produktionen aus?

Der Gesamtkatalog der Themen zu den gewünschten Beiträgen des 27. Stralsunder Energiesymposiums finden Sie unter Informationen zum Aufruf.

Kontaktperson für Rückfragen

Hochschule Stralsund

Prof. Dr.-Ing. Thomas Luschtinetz

Tel.:      +49 3831 45 6583
E-Mail: Thomas.Luschtinetz@hochschule-stralsund.de

Zusätzliche Informationen
Quellen
Bildrechte:

Hochschule Stralsund

Textquelle:

Hochschule Stralsund

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