06. September 2018

Treffen der norddeutschen Wirtschaftspolitiker bei der SMM

Erneut war das Maritime Cluster Norddeutschland (MCN) bei der SMM in Hamburg mit von der Partie. Bei der Leitmesse für die maritime Wirtschaft empfing das MCN am 5. September 2018 wirtschaftspolitische Vertreter der fünf norddeutschen Bundesländer. Der Vorsitzende Dominik Eisenbeis und Geschäftsführerin Jessica Wegener begrüßten am MCN-Messestand Bremens Wirtschaftssenator Martin Günthner, Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch, Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe, Niedersachsens Staatssekretär Dr. Berend Lindner sowie Schleswig-Holsteins Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs.

„Dieses hochrangig besetzte Treffen belegt das starke gemeinsame Interesse der fünf norddeutschen Länder an der maritimen Wirtschaft und die besondere, länderübergreifende Rolle des MCN“, sagte Dominik Eisenbeis. Der Vorstand berichtete den Ministern und Senatoren von den Vorhaben des Vereins. Wir freuen uns bei dieser besonderen Gelegenheit zu zeigen, mit welchen Projekten das Maritime Cluster Norddeutschland und seine Mitglieder Innovationen in der maritimen Branche vorantreiben“, betonte Jessica Wegener.

Prof. Freiherr von Lukas vom Fraunhofer IGD stellte das Projekt Munitect zur exakten Detektion von Munition am Meeresgrund vor. Über das Projekt für hochpräzise Brennstoffverbrauchsmessverfahren berichtete Manfred Werner vom Ingenieurbüro HAWE. Hendrik Wolff (ARMATUREN-WOLFF) und Felix Horch (Fraunhofer IFAM) informierten über das Projekt EcoShip60, das sich innovativen Antriebs- und Energiesystemen für Schiffe bis 60 Meter Länge widmet.

Dass maritime Innovationen nicht nur von etablierten Unternehmen entwickelt werden können, zeigten die beiden Start-ups Ankron Water Services aus Niedersachsen und NautilusLog aus Hamburg. Beide Unternehmen präsentierten sich 2018 am Stand des Maritimen Clusters Norddeutschland. Erik Köster und Dr. Claudia Dreszer von Ankron Water Services demonstrierten ihren Aufbau für eine Ballastwasserprobenahme. Das junge Unternehmen ist auf Beratungs- und Testdienstleistungen im Bereich der Wasseraufbereitung an Bord spezialisiert. Otto Klemke von NautilusLog stellte sein digitales Logbuch für die Schifffahrt vor. Die App des Start-ups unterstützt sowohl die Besatzung an Bord von Schiffen als auch ihr Management an Land, indem sie Schiffe trackt und automatisch Ereignisse und Aufgaben generiert.

Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister Hamburgs, kam überraschend an den MCN-Stand. Er freute sich, die Minister und Senatoren der fünf Küstenbundesländer zu begrüßen, und hob positiv hervor, dass durch die SMM die maritime Branche im Fokus des öffentlichen Interesses steht. Im Anschluss an das Zusammenkommen der Wirtschaftspolitiker der Länder nutzten diese in individuellen Rundgängen die Chance, innovative Unternehmen der maritimen Branche näher kennenzulernen.

Statements

Harry Glawe, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern
„Die maritime Industrie zählt zu den wichtigen Wirtschaftszweigen in Mecklenburg-Vorpommern. Als Technologie-, Produktions- und Logistikstandort ist sie von großer Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Bundeslandes. Zugleich trägt die Branche über die zahlreichen Dienstleistungen rund um das Produkt Schiff dazu bei, dass der maritime Tourismus im Land weiter vorankommt. Entscheidend ist, dass es gelingt, den Wirtschaftszweig auch weiterhin zukunftssicher aufzustellen. Die Präsenz auf der internationalen Messe SMM ist dabei ein wichtiger Baustein. Hier werden Kontakte geknüpft, Gespräche geführt, Kooperationen geschlossen und Aufträge akquiriert. Unter den norddeutschen Ländern wird eine enge Zusammenarbeit in maritimen Themen gepflegt. Denn für die Küstenländer hat der maritime Sektor eine hohe Bedeutung als Wirtschaftsfaktor, Arbeitgeber und Ideenschmiede. Dabei übernimmt das MCN eine wichtige Funktion an der Schnittstelle von Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand – das MCN ist Dienstleister für die gesamte Branche in ganz Norddeutschland.“

Martin Günthner, Senator für Wirtschaft und Häfen sowie Senator für Justiz und Verfassung Bremen
„Die maritime Wirtschaft und Logistik sind das Rückgrat der Wirtschaft in Bremen und Bremerhaven. Aus ihrer Mitte kommen die beschäftigungsintensivsten und umsatzstärksten Branchen, die mitsamt ihren Zuliefererketten die Wirtschaftsstruktur in unseren beiden Städten prägen. Zentrales Anliegen der bremischen Wirtschaftspolitik ist es, die maritime Industrie mit ihren vielfältigen Produktions- und Dienstleistungssparten bei den bevorstehenden Herausforderungen des digitalen Wandels zu unterstützen. Das MCN stellt hier mit seinem branchen- und länderübergreifenden Ansatz insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen eine tolle Gelegenheit dar, sich über neue Innovationen und Technologien zu informieren und gezielt neue Projekte und neue Partnerschaften anzustreben.“

Frank Horch, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg
„Hamburg zählt zu den europaweit bedeutendsten Wissenschaftsstandorten für Schiffbau und Schiffbauzulieferer. Eine unserer Aufgaben ist es, diese wissenschaftlichen Entwicklungen mit den Anforderungen und Technologiebedarfen der Firmen zusammen zu bringen – und das länderübergreifend. Das Maritime Cluster Norddeutschland macht die maritime Wirtschaft in Deutschland international sichtbar und zeigt, dass wir besonders innovativ und stark sind, wenn wir unsere Kräfte vor dem Hintergrund des weltweiten Wettbewerbs bündeln.“

Dr. Berend Lindner, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung Niedersachsen
„Die Erfolgsgeschichte des Maritimen Clusters Norddeutschland (MCN) zeigt sich für mich deutlich in den länderübergreifenden Projekten und Unternehmenskooperationen, bei denen Mitgliedsunternehmen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Clusters aus allen Bundesländern sehr engagiert Hand in Hand arbeiten. Heute stellte sich beispielsweise das ZIM-geförderte Netzwerk EcoShip60 vor, in welchem auch die Meyer Werft GmbH & Co. KG und die Abeking & Rasmussen Schiffs- und Yachtwerft Aktiengesellschaft mitarbeiten. Ziel des Netzwerks ist die Entwicklung umweltfreundlicher alternativer Antriebssysteme für kleine bis mittlere Arbeits- und Patrouillenboote. Ein weiteres Projekt ist die vom Ingenieurbüro HAWE aus Gifhorn gemeinschaftlich mit dem industriellen Kooperationspartner, der AVL List GmbH, entwickelte Booster-Unit mit integriertem hochpräzisem Brennstoffverbrauchsmesssystem, die mit Unterstützung des MCN auf dem Weg zum ersten Einsatz als Pilotanlage an Bord ist.“

Dr. Thilo Rohlfs, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologieund Tourismus des Landes Schleswig-Holstein
„Innovative Themen wie Maritime Start-ups, 3D-Druck oder Veranstaltungen wie das MariMatch sind nur einige Schlagwörter, die das MCN charakterisieren. Uns Ländern zeigt es, dass wir mit dem Cluster als Innovationstreiber den richtigen Rahmen für die Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft geschaffen haben.“