28. November 2017

Maritimes Cluster Norddeutschland unterzeichnet MoU mit der Shipbuilding Industry Corporation Hanoi

Das Maritime Cluster Norddeutschland erweitert sein Netzwerk um einen weiteren internationalen Partner. Der stellvertretende Geschäftsführer des MCN, Tobias E. Weißflog, und der CEO der Shipbuilding Industry Corporation, Cao Thanh Dong, unterzeichneten am 27. November 2017 in Hanoi ein gemeinsames Memorandum of Understanding (MoU). Das strategische internationale Partnerschaftsabkommen soll die Zusammenarbeit der maritimen Industrien beider Länder stärken.

In dem Memorandum of Understanding bekunden beide Parteien unter anderem ihr Interesse, maritimes Fachwissen und Informationen zu bewährten Verfahren untereinander auszutauschen. Die maritimen Industrien beider Länder sollen nach Möglichkeit bei Geschäftspotenzialen und neuen Projekten beworben, informiert und einbezogen werden. Beide Partner möchten zudem miteinander vereinbarte maritime Schulungs- und Bildungsprogramme unterstützen und gemeinsam an Open-Innovation-Initiativen und -Programmen arbeiten, die dem gesamten globalen maritimen Sektor nutzen. „Maritime Projekte werden mehr und mehr in Asien realisiert. Vietnam mit seinem stabilen Investitionsumfeld sowie seiner jungen, bildungshungrigen und kreativen Workforce bietet als eine der weltweit am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften interessante Gelegenheiten zur Zusammenarbeit“, sagt Tobias E. Weißflog.

Delegation um Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch auf Markterkundung in Vietnam

Das Memorandum of Understanding wurde im Rahmen einer Delegationsreise der Stadt Hamburg unterzeichnet, zu dem der Premierminister von Vietnam, Nguyen Xuan Phuc, eingeladen hatte. Dieser Einladung folgte die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation gemeinsam mit Hafen Hamburg Marketing und dem Ostasiatischen Verein sowie Unternehmerinnen und Unternehmern aus der Metropolregion. Stationen der Reise vom 25. November bis 2. Dezember 2017 sind Hanoi, Hai Phong und Ho Chi Minh City. Geplant sind hochrangige Gespräche mit Entscheidern aus Politik und Wirtschaft. Senator Frank Horch: „Vietnam ist eines der am schnellsten wachsenden Länder Südostasiens. Es verfügt über einen heimischen Markt von über 93 Millionen Menschen. Vietnam ist auch ein Drehkreuz für die Region. Mit der Delegationsreise möchte ich die Chancen für Hamburg, insbesondere für den maritimen Bereich, ausloten und für die Wirtschaft als Türöffner fungieren.“

Maritime Wirtschaft in Vietnam

Mit der Wirtschaft Vietnams wächst auch der Transportbedarf immer schneller. Heute importiert Vietnam noch die meisten Vorprodukte und exportiert die Enderzeugnisse. Das zwischen der EU und Vietnam geschlossene Freihandelsabkommen wird durch den Abbau von Zöllen die weitere Entwicklung positiv befördern. Vietnam arbeitet ebenfalls an der Verbesserung seiner Hafeninfrastruktur. Im Norden, in Hai Phong, sollen zwei neue Containerterminals entstehen und der Tiefseehafen Lach Huyen soll ab 2018 Nordvietnam mit Europa verbinden. Im südlichen Ho Chi Minh City wird der Ausbau des Hafens ebenfalls vorangetrieben.
Zugleich zeigen sich große Herausforderungen – etwa durch die kritischen Hinterlandanbindungen der Häfen, durch fragmentierte Logistikzentren, durch Effizienzpotenziale beim Betrieb der Häfen, bei der Binnenschifffahrt und bei Logistikdienstleistungen. Dies sind alles Beispiele für mögliche Kooperationsfelder.

Die maritime Industrie Vietnams verspricht ebenfalls großes Potenzial. Zunehmender Warenumschlag geht für die vietnamesische Regierung mit der Zielsetzung des Ausbaus der Verladekapazitäten um circa 50 Prozent bis 2020 einher. Zwar hat der vietnamesische Schiffbau seit 2008 an Auftragsbestand und zur Verfügung stehender Finanzierung verloren, es werden dem Land aber gute Chancen zur Rückeroberung von Weltmarktanteilen zugesprochen. „Made in Germany“ ist auch hier angesehen. Das Interesse an deutscher Technologie ist vielschichtig – von Antriebstechnik über Navigationsgeräte, elektronische Ausrüstungen, Pumpen, Kräne, Steuerungssysteme bis hin zu Fragen der Automation und Digitalisierung, um nur einige Beispiele zu nennen.


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