Die Offshore-Windenergie in Europa steht an einem Wendepunkt: Neben ambitionierten Ausbauzielen rückt auch zunehmend die Frage des Rückbaus alternder Anlagen in den Fokus. Erste deutsche Projekte, wie der Offshore-Windpark alpha ventus, der seit 2010 in Betrieb ist, sind bereits im Vorbereitungsstadium für den Rückbau. Konzepte und Prozesse für das so genannte Decommissioning, einschließlich der Abwägung zwischen vollständigem und teilweisem Rückbau sowie potenziellen Umnutzungen von Fundamenten werden derzeit geprüft. Doch wie gelingt ein solcher und die Wiederherstellung des Meeresbodens angesichts hoher Kosten, weniger Strukturen für Recycling und noch wenig erforschten ökologischen Belastungen für die Meeresumwelt?
Im Rahmen des Kieler Marktplatzes sollen Status Quo, Forschungslücken und mögliche Zusammenarbeit zwischen Industrie, Forschung und Politik für diese Zukunftsaufgabe diskutiert werden.
Programm
14:30 Begrüßung
Daniel Laufs, Wissenschaftszentrum
14:40 Rückbau von Offshore-Windkraftanlagen: Perspektiven aus Politik, Praxis und Forschung
Moderation: Peter Moller, Maritimes Cluster Norddeutschland
Impulse
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Rückbau von Anlagen nach Ablauf der Betriebsgenehmigung
Prof. Dr. Florian Becker, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)
Praxisbeispiel: Testfeld alpha ventus – Konzept zum umweltverträglichen Rückbau
Eric-Alexander Richter, alpha ventus
Politische Rahmenbedingungen für den Rückbau
Stefan Thimm, Bundesverband Windenergie Offshore e.V. (angefragt)
Der Rückbau und die Auswirkungen für die Ökosysteme
Dr. Eva Strothotte, Forschungs- und Entwicklungszentrum Fachhochschule Kiel GmbH
15:45 Kaffeepause
16:15 Fishbowl-Diskussion: Vollrückbau, Teilrückbau und Umnutzung – wie weiter mit alternden Offshore-Anlagen?
Dr. Christian Wagner-Ahlfs, Kiel Marine Science (KMS), Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)
17:00 Networking
Der Kieler Marktplatz wird gemeinsam organisiert von Wissenschaftszentrum Kiel (WiZe), Maritimen Cluster Norddeutschland und dem Forschungsschwerpunkt Kiel Marine Science (KMS) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU).
Sie richtet sich an Interessierte aus Wissenschaft, Wirtschaft und politischen Entscheidungsträgern und soll, dazu beitragen, Forschungslücken zu identifizieren und Möglichkeiten der Zusammenarbeit aufzeigen.
Der Kieler Marktplatz ist eine Veranstaltung im Rahmen von „Science Comes to Town“, eine durch die Europäische Union geförderte europaweite Initiative, die 2026 in den Städten Kiel, Brest und Split über 365 Tage hinweg Wissenschaft erlebbar macht. www.sctt-2026.eu
Peter Moller
peter.moller@maritimes-cluster.de
Kiel Marine Science