Wie wird sich der Beruf des Hafenlogistikers in den kommenden Jahren verändern? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Online-Seminars „Zwischen Container und KI – der Hafenlogistiker der Zukunft“, das am 27. März 2026 von der MCN-Fachgruppe Personal und Qualifizierung organisiert wurde.
Die Referentin Dr. Dana Meißner, Leiterin für Forschung und Entwicklung beim Institut für Sicherheitstechnik / Schiffssicherheit e.V. in Rostock, gliederte ihren einführende Impuls entlang der Fragen, welche neuen Aufgaben, neuen Technologien, neuen Materialien, neuen Werkzeuge und welche neuen Arbeitsumgebungen und Umgebungsbedingungen Hafenlogistiker in Zukunft meistern müssen und welche potenziellen Gefährdungen für die Fachkräfte sich daraus ergeben.
Arbeitswelt im Hafen verändert sich rasant
„Die Zukunft ist bereits heute da“, lautete die erste grundlegende Feststellung. Die Expertin betonte, dass sich Entwicklungen in der internationalen maritimen Arbeitswelt unterschiedlich schnell vollziehen und viele der nachfolgend sehr konzentriert dargestellten Antworten auf die genannten Fragen bereits aus heutigen praktischen Beispielen ablesen lassen. Megatrends wie Digitalisierung und Automatisierung, Dekarbonisierung und demografischer Wandel, aber auch der fortschreitende Klimawandel verändern die Arbeitswelt im Hafenumfeld. Sie führen zu technologischen Entwicklungen, wie zum Beispiel einer Echtzeit-Lagebilderfassung über einen digitalen Zwilling eines Hafens, autonomen Fahrzeugen, Smart Ports und digitalisierten Logistik- und Hafenanlagen, in Häfen integrierter alternativer Energiegewinnung, selbstoptimierender Lagerhaltung, multidirektionalen Paletten-Shuttlesystemen, Smart Containern mit Selbstüberwachung sowie KI-basierten Überwachungssystemen zum Schutz von Waren und Personen. Auch alternative Kraftstoffe für Schiffe und Hafenlogistik, wie sie im 3. Seminar der Reihe „Attention all Crew – Wissen für die maritime Zukunft“ thematisiert wurden, kamen zur Sprache.
Neue Berufsbilder für kommende Aufgaben
„Die Zukunft der Hafenlogistik ist hochkomplex. Beschäftigte müssen nicht nur neue Technologien beherrschen, sondern auch mit sich verändernden Risiken umgehen können. Qualifizierung wird zum entscheidenden Faktor“, betont die Referentin. Die Herausbildung von passenden Kompetenzen, wie Digitalisierungs- und Datenkompetenz, Problemlösungs- und Teamfähigkeit, psychische Stabilität (Resilienz) bis hin zum Alltagswissen rund um die Arbeitswelt, gipfelt in Vorschlägen für neue Berufsbilder, wie zum Beispiel dem/der Fachinformatiker/in für maritime Systeme, der Fachkraft für Nachhaltigkeit und Umwelttechnik oder dem/der Operator/in für autonome maritime Systeme. Verantwortliche für die Qualifizierung zum „Hafenlogistiker der Zukunft“ stehen damit vor Fragen, wie nach der Konkretisierung von Inhalten, nach geeigneten Methoden für das Lernen und der entsprechenden Prioritätensetzung. Das wurde auch in der dem Impulsvortrag folgenden Diskussion sichtbar.
Die in diesem Seminar präsentierten Forschungsergebnisse wurden im Rahmen des Verbundprojekts ISAmare erarbeitet. Das große Ziel des Projekts, welches das Institut für Sicherheitstechnik / Schiffssicherheit e.V. mit den Verbundpartnern AFZ Rostock und Universität Rostock gegenwärtig bearbeitet, ist die Entwicklung eines interdisziplinären Simulations- und Trainingszentrums für die maritime Wirtschaft.
