Minister- und Senatorinnen-Empfang auf der SMM
Wirtschaftsminister und -senatorinnen der fünf norddeutschen Küstenländer sowie die Generaldirektorin DG GROW der Europäischen Kommission waren am 2. September 2026 Gäste des Maritimen Clusters Norddeutschland (MCN) auf der internationalen maritimen Leitmesse SMM in Hamburg. Der traditionelle Minister- und Senatorinnen-Empfang des MCN diente vor allem dem Austausch über aktuelle wirtschaftliche und politische Fragen des maritimen Standorts Deutschland. Die Regierungsvertreter:innen nutzten zudem die Möglichkeit, sich auf der Messe über maritime Leuchtturmprojekte zu informieren.
Das Herzstück der Veranstaltung bildete ein von der Journalistin Andrea Thilo moderierter Paneltalk mit Ministern und Senatorinnen in zwei Gesprächsrunden. Ein weiterer Höhepunkt war der Impulsvortrag von Kerstin Jorna. Die Generaldirektorin für Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU bei der Europäischen Kommission unterstrich die Bedeutung maritimer Wertschöpfungsketten für die Resilienz der europäischen Wirtschaft und kündigte eine neue Europäische Maritime Allianz an.
In der ersten Gesprächsrunde diskutierten Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt, Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne sowie Hamburgs Wirtschaftssenatorin Dr. Melanie Leonhard über die Stärken und Herausforderungen der norddeutschen maritimen Wirtschaft. Dabei stand der Zustand der maritimen Infrastruktur im Fokus. Die Diskutant:innen stimmten überein, dass hier enormer Handlungsbedarf bestehe und große gemeinsame Anstrengungen notwendig seien, um die maritime Wirtschaft international wettbewerbsfähiger und resilienter zu machen. Einig waren sich die norddeutschen Regierungsmitglieder auch darin, dass der Bund mehr finanzielle Verantwortung für die Seehäfen und deren verkehrstechnische Anbindung übernehmen müsse.
In der zweiten Talkrunde standen insbesondere die Themen Innovation, Sicherheit und Transformation im Mittelpunkt. An der Diskussion beteiligten sich Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen und sein Amtskollege aus Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Wolfgang Blank. Dieses Panel fokussierte auf die neue sicherheitspolitische Lage in Europa und die Rolle Deutschlands und der deutschen Küstenländer im globalen Wettbewerb. Beide Politiker plädierten für eine schnelle Verbesserung der Infrastruktur durch verstärkte Investitionen, mehr Mut zur Innovation, für den Abbau bürokratischer Hemmnisse und eine intensivierte regionale und überregionale Zusammenarbeit.
Letzteres ist ein Punkt, den auch MCN-Geschäftsführerin Jessica Wegener betonte. „Die maritime Zukunft entsteht durch vertrauensvolle Zusammenarbeit“, sagte sie. „Der enge Schulterschluss der Küstenländer schafft die Grundlage, um die Innovationskraft unserer Branche gezielt zu stärken und die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Das Maritime Cluster Norddeutschland ist dabei der verbindende Akteur, der Menschen, Ideen und Projekte zusammenbringt und so die maritime Transformation aktiv mitgestaltet“, so Wegener weiter.
Die Veranstaltung endete mit Fragen aus dem Fachpublikum, das regen Gebrauch davon machte, mit den politisch Verantwortlichen zu wichtigen maritimen Themen in den Austausch zu kommen.
„Der heutige Empfang hat ein Schlaglicht auf die Leistungsfähigkeit, aber auch auf die Herausforderungen der norddeutschen maritimen Wirtschaft geworfen und wichtige Impulse gegeben. Es ist noch einmal sehr deutlich geworden, wie wichtig die länderübergreifende Zusammenarbeit für unsere Branche ist“, fasste Kerstin Broocks, 2. Vorsitzende des MCN, zusammen.







