14. November 2019

Maritime Start-ups: HASYTEC

Dem Status quo jederzeit zwei oder drei Schritte voraus zu sein, ist das Ziel des maritimen Start-ups HASYTEC aus Kiel. 2018 wurde es für sein hocheffizientes System zur Vermeidung von Biofilm und maritimen Bewuchs mit dem PitchBlue-Award ausgezeichnet. Im Interview berichtet Co-Founder Jan Kelling, was danach passierte.

MCN: Herr Kelling, stellen Sie sich und HASYTEC bitte kurz vor.

Kelling: Ich bin Co-Founder und Director Sales & Projects bei der HASYTEC Electronics GmbH. HASYTEC ist ein drei Jahre altes Cleantech Start-up aus Kiel. Wir haben ein System entwickelt, mit dem es mittels Ultraschall-Technologie möglich ist, Biofilm und maritimen Bewuchs in der gewerblichen Schifffahrt umweltfreundlich und nachhaltig zu verhindern. Unser System ist derzeit das einzige explizit für die Anforderungen der gewerblichen Handelsschifffahrt entwickelte System auf dem Markt was uns in eine sehr interessante Vorreiterrolle versetzt.

MCN: Sie haben HASYTEC im Jahr 2018 beim maritimen Start-up-Event PitchBlue – einer gemeinsamen Veranstaltung des Maritimen Clusters Norddeutschland (MCN), des Verbands Deutscher Reeder und von Marine Media, präsentiert und es unter die drei Gewinner-Start-ups geschafft. Was passierte danach?

Kelling: Die Resonanz nach der Veranstaltung war überaus positiv und hat uns Türen geöffnet, durch die wir bisher noch nicht gegangen waren. Vor allem aber hat sich der Hauptpreis als sehr fruchtbar erwiesen, zwei Arbeitsplätze im Digital Hub Logistics. Darüber haben wir beispielweise den Hamburger Wirtschaftssenator kennengelernt, der wiederrum den Kontakt nach Bonn zum Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur für uns hergestellt hat, damit wir dort unsere Technologie vorstellen konnten.

Über das Netzwerk des Digital Hub Logistics haben wir in Hamburg und in Norddeutschland überaus positive Resonanzen erzielt. Wir konnten unser Netzwerk aber auch über diese Grenzen hinaus bis nach Singapur ausbauen, wo wir ebenfalls einen Award für uns gewinnen sowie ein erstes großes Projekt mit der asiatischen Reederei-Allianz ONE umsetzen konnten. Also rundweg ein sehr positiver und breit gestreuter Push für die Entwicklung von HASYTEC.

MCN: Wie hat sich Ihr Geschäft seitdem entwickelt und sind Sie weiterhin mit den damals geschlossenen Kontakten im Gespräch?

Kelling: Durch den Pitch haben wir viel Aufmerksamkeit erhalten, was uns dabei unterstützt, unsere Technologie weltweit bekannt zu machen. Mit allen, mit denen wir auf der Verleihung gesprochen haben, sind wir weiterhin im Gespräch. Netzwerken geglückt!

MCN: Gab es bisher Weiterentwicklungen Ihres Produkts?

Kelling: Wir haben unsere Technologie vor dem Markteintritt ausgiebig entwickelt und getestet – und uns bewusst gegen einen Trial-and-Error-Weg entschieden. Durch die bestehenden Anwendungen und Machbarkeitsanfragen aus dem Markt sind wir dennoch stetig daran, unsere Technologie anzupassen und weiterzuentwickeln. Denn nur so können wir den Marktanforderungen gerecht werden, unseren hohen Standard halten sowie erfolgreich und stetig wachsen.

MCN: Der Gewinn bei PitchBlue war nicht die einzige Auszeichnung, die HASYTEC erhalten hat.

Kelling: Nach dieser Auszeichnung haben wir neben dem ONE Award in Singapur noch den SEADEVCON’19 Award in der Kategorie Engineering in Hamburg gewonnen.

MCN: Wo soll die Reise hingehen?

Kelling: Wir sind derzeit mit unserer Technologie weltweit Marktführer. Allein schon deshalb, weil bisher keine Marktbegleiter gibt, die in der Lage sind, unsere Resultate zu erzielen. Darüber hinaus sind wir bisher die Einzigen, die eine Technologie explizit für die gewerbliche Schifffahrt entwickelt haben. Dennoch ist uns bewusst, dass in der Zukunft Wettbewerb entstehen wird. Unser großes Bestreben besteht darin, dem Status quo jederzeit zwei oder drei Schritte voraus zu sein.

Dies gelingt uns zurzeit sehr gut, vor allem auch, weil wir ein tolles und super motiviertes Team haben. Ohne unsere Mitarbeiter würden wir nicht da stehen, wo wir es gerade tun. Wir alle arbeiten jeden Tag dafür, unsere Technologie weiter in den Markt zu bringen und die weltweite Schifffahrt umweltfreundlicher zu machen. Die Eroberung weiterer Märkte gehört natürlich zu unseren größten Zielen.

Unsere Technologie bringt für weltweite Probleme eine einfach zu implementierende Lösung. Denn durch saubere Schiffsrümpfe können die CO2-Emissionen bei Schiffen reduziert und das Einschleppen fremder Arten in andere Ökosysteme vermieden werden. Gerade Letzteres verursacht in fremden Ökosystemen erhebliche Schäden. Die aktuellen politischen Entwicklungen mit dem Fokus auf unter anderem die Vermeidung oder zumindest Einschränkung eben dieser Verschleppung invasiver Arten sind für unseren Planeten enorm wichtig und wir freuen uns sehr, mit unserer Technologie einen Teil zur Lösung beitragen zu können. Hier werden wir in den nächsten Jahren nicht nur weitere tolle Entwicklungen sehen, sondern auch wir selbst unseren Teil dazu beitragen.

 


 

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