09. Dezember 2019

Delegationsreise zur „Industrial Bridge 2019“

Zusammen mit den drei Industrie- und Handelskammern in Mecklenburg-Vorpommern und dem Enterprise Europe Network (EEN) hat das Maritime Cluster Norddeutschland (MCN) in diesem Jahr die „Industrial Bridge“ in Stettin in Polen ausgerichtet. In der Zeit vom 27. bis 28. November 2019 trafen sich insgesamt 150 Unternehmen aus verschiedensten Branchen aus Polen und Deutschland, mit dem Ziel, Wirtschaftskontakte zu knüpfen und auszubauen.

Polen ist nicht nur ein wichtiger Außenhandelspartner für Mecklenburg-Vorpommern. Das Land hat auch längst das Wirtschaftsinteresse von Unternehmen im Norden und Osten Deutschlands geweckt. Aber auch auf polnischer Seite ist das Interesse am Nachbarland groß. Die diesjährige Industrial Bridge ist mit ihren 30 teilnehmenden Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sowie 120 Firmen aus Polen ein Beleg für den Wunsch nach weiterer wirtschaftlicher Verflechtung.

Die Industrie- und Handelskammern aus Schwerin, Rostock und Neubrandenburg, das EEN sowie die MCN-Geschäftsstelle Mecklenburg-Vorpommern hatten aus diesem Grund Vertreterinnen und Vertreter aus den verschiedensten Branchen nach Stettin eingeladen. Hierzu gehörten Unternehmen aus der maritimen Wirtschaft, dem Stahl- und Metallbau, aus den Bereichen Erneuerbare Energien sowie Transport und Logistik, aber auch aus Querschnittsbranchen wie etwa der IT-Wirtschaft. Das primäre Ziel der Veranstaltung bestand darin, die Unternehmen zu vernetzen und auf diese Weise einen Beitrag zur Stärkung der Wirtschaftsregion zu leisten. Mit einer breiten fachlichen Ausrichtung bot sich die Möglichkeit, auch branchenübergreifend Kontakte zu knüpfen und auszubauen.

Tag 1: Kooperationsbörse Industrial Bridge 2019

Am ersten Veranstaltungstag stand die Kooperationsbörse „Industrial Bridge 2019“ im Mittelpunkt. Im Regionalen Zentrum für Innovation und Technologietransfer der Westpommerschen Technischen Universität Stettin trafen sich die teilnehmenden deutschen und polnischen Unternehmen. Rektor Krzysztof Pietrusewicz, Vize-Rektor der Westpommerschen Technischen Universität Stettin und Jacek Wójcikowski, Direktor der Zentrums für Wirtschaftsinitiativen des Marshallamtes der Wojewodschaft Westpommern, sowie Tobias Klein von der IHK zu Rostock und Koordinator des Enterprise Europe Network Mecklenburg-Vorpommern begrüßten die Gäste.

Danach fand die Kooperationsbörse statt, bei der die Unternehmen ins Gespräch miteinander kommen konnten. Hierzu buchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorab zwanzigminütige Termine bei den genannten Organisatoren der Industrial Bridge. Aufgrund des begrenzten Zeitrahmens bereiteten die teilnehmenden Unternehmen ihre Gespräche strukturiert vor und konzentrierten sich darauf, die jeweiligen Leistungsprofile auszutauschen und Potenziale für eine künftige Zusammenarbeit auszuloten. Insgesamt fanden so mehr als 400 Gespräche statt, von denen circa 110 mit den anwesenden deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmern geführt wurden.

Im Anschluss an die Gespräche hatten die drei Industrie- und Handelskammern aus Mecklenburg-Vorpommern sowie das MCN die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Industrial Bridge zu einem gemeinsamen Abendessen in der Altstadt von Stettin geladen.

Tag 2: Hafen, Schiffbau und Wissenschaft

Am zweiten Tag besichtigten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Hafen Stettin, um einen Einblick in die regionale Wirtschaft zu bekommen. Sie erfuhren mehr über das aktuelle Portfolio des Hafens und die künftigen Planungen zur weiteren Entwicklung. Die verschiedenen Umschlagsgesellschaften (Stückgut, Schüttgut, Container) stellten ihre Geschäftsaktivitäten vor. Den Abschluss des Hafenbesuchs bildete eine Rundfahrt durch einen Teil des ausgedehnten Hafengeländes.

Nachdem die Delegation den Stettiner Hafen verlassen hatte, besichtigte sie Finomar, ein mittelständisches Unternehmen in Stettin. Finomar hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1994 auf komplexe geschweißte Konstruktionen spezialisiert und erbringt Dienstleistungen für den Schiffbau und die Energie erzeugende Industrie, zum Beispiel im Bereich der Offshore-Windenergie.

Zum Portfolio von Finomar gehören unter anderem kleine Spezialschiffe, die für Wartungsarbeiten auf Offshore-Windanlagen oder für den Fischfang eingesetzt werden können. Darüber hinaus umfasst das Portfolio auch komplette schwimmende Einheiten wie Pontons und Fundamente für Windkraftanlagen.

Der Tag fand seinen Abschluss im Besuch der Mechanischen Fakultät der Westpommerschen Technischen Universität Stettin. Begrüßt wurde die Delegation vom Dekan der Mechanischen Fakultät, Prof. Dr.-Ing. Mirosław Pajor.

Aufgeteilt in drei Gruppen erhielten die deutschen Unternehmen einen Einblick in die Arbeit der verschiedenen Werkstätten und Labore der Fakultät. Wissenschaftler und Studierende der Technischen Universität erläuterten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ihre spezifischen Entwicklungsschwerpunkte, informierten über ihre Leistungsangebote für die regionalen Unternehmen und beantworteten Fragen zu den präsentierten Projektergebnissen.


Erfahren Sie mehr über die Kooperationsbörse „Industrial Bridge 2019“ im Video der IHK zu Schwerin.