16. Oktober 2019

Cybersecurity für maritime Infrastrukturen

Dr. Siv Hilde Houmb

Dr. Siv Hilde Houmb – Bildrechte: Dr. Siv Hilde Houmb

Cybersecurity ist nicht erst seit den NotPetya-Angriffen auf Maersk ein zentrales Thema, wenn es um die Sicherheit maritimer Infrastrukturen geht. Auf das maritime Umfeld spezialisierte Hackergruppen sowie immer weiter perfektionierte Schadsoftware wie Emotet zeigen eindrücklich, dass es wichtiger denn je ist, ein gemeinsames Verständnis über die Bedrohungslage herzustellen und den Dialog über gemeinsame Cyber-Strategien zum Schutz maritimer Infrastrukturen zu führen.

Das Maritime Cluster Norddeutschland (MCN) hat im Juni 2019 mit einer ersten Veranstaltung den Dialog über rechtliche Fragen und über Praxiserfahrungen auf Seiten der Reedereien gestartet und in anschließenden Workshops kooperative Cybersecurity-Maßnahmen erarbeitet. In einer Folgeveranstaltung am 30. Oktober 2019 in Bremerhaven wird nun der Dialog über Herausforderungen und Erfahrungen mit durchgeführten IT-Sicherheitsmaßnahmen mit einem Blick in den Hafen fortgesetzt. Mit dem Ziel, von anderen zu lernen, wird in den Keynotes auch der Blick in andere Branchen gerichtet, um von deren Erfahrungen mit durchgeführten IT-Sicherheitsmaßnahmen zu lernen.

Von der norwegischen und nordamerikanischen Offshore-Industrie lernen

Dr. Siv Hilde Houmb ist Sicherheitsexpertin mit über 25 Jahren Erfahrung und seit 2014 für die Erarbeitung von Best Practices im Bereich Cybersicherheit für die Offshore Öl und Gas Industrie verantwortlich. Das Ergebnis dieser von der International Association of Drilling Contractors (IADC) organisierten Arbeit sind zwei Richtlinien zur Cybersicherheit, darunter die Richtlinie für eine grundlegende Cybersicherheit von Bohranlagen. Mit diesen Richtlinien sollen internationale Standards auf die Bohrindustrie übertragen und gleichzeitig praktische Beispiele genannt werden, um die Umsetzung in der Praxis zu erleichtern.

In der Veranstaltung Cybersecurity for Maritime Infrastructures lässt Dr. Houmb die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den bisher gewonnenen Erkenntnissen aus der norwegischen und nordamerikanischen Offshore-Industrie teilhaben. Der Fokus ihres Vortrags liegt auf der Erarbeitung von Richtlinien sowie Methoden und Prozessen zur Risikobewertung, den verschiedenen unternehmensspezifischen Bedürfnissen und Verfahren, internationalen wie nationalen Standards sowie der Skalierung von kleineren zu größeren und komplexen Anlagen. Darüber hinaus informiert Houmb über die bereits gemachten Erfahrungen beim Schutz von US-Häfen gegen Cyberangriffe sowie ein Klassennotationssystem für die maritime Cybersicherheit.

Ein Highlight der Veranstaltung wird eine Live-Präsentation eines Cyber Security Audits an Bord sein, welches Frau Dr. Houmb gemeinsam mit Tobias Landwehr, Head of IT bei Auerbach Schifffahrt, durchführt.

 

Cybersecurity for Maritime Infrastructures
30. Oktober 2019 | Bremerhaven
Weitere Informationen sowie Programm und Anmeldung

 

Über Dr. Siv Hilde Houmb

Dr. Siv Hilde Houmb ist eine Sicherheitsexpertin mit über 25 Jahren Erfahrung sowohl in der Industrie als auch in der Wissenschaft. Sie ist Associate Professor am Norwegischen Nationalen Zentrum für Cybersicherheit an der Universität NTNU Gjøvik. Houmb war fünf Jahre lang Vorsitzende des Komitees für Cybersicherheit bei der International Association of Drilling Contractors (IADC), wofür sie 2018 mit dem Service Exemplary Award ausgezeichnet wurde. In verschiedenen Branchen hat sie Erfahrungen gesammelt, darunter der Öl- und Gas- sowie der Schiffs- und Werftindustrie sowie in den Bereichen Stromnetze, Telekommunikation und Produktion. Dr. Siv Hilde Houmb promovierte 2007 in Informatik und konzentrierte sich dabei auf die Anwendung der Entscheidungstheorie beim Bau sicherer Systeme. Ihre Schwerpunkte liegen auf SCADA- und ICS-Sicherheit, Penetrationstests, Risikobewertung, der Entwicklung sicherer Systeme und sicherer Protokolle sowie auf der Quantifizierung von Sicherheitsrisiken.