09. Dezember 2021

Antifouling – nachhaltig, umweltverträglich und trotzdem wirksam

Bildrechte: Svetlana Yudina // Shutterstock

Um den technisch-wissenschaftlichen Austausch und die wechselseitige Unterstützung zwischen den Mitgliedern, Fachgruppen und Gremien des Vereins Deutscher Ingenieure e.V. (VDI) und des Maritimen Clusters Norddeutschland (MCN) zu intensivieren, organisierten die beiden Kooperationspartner im Jahr 2021 eine gemeinsame Webinarreihe zu Themen der maritimen Branche. Denn gerade im branchenübergreifenden Erfahrungsaustausch lassen sich oftmals interessante, unkomplizierte Lösungsansätze für eigene Herausforderungen erfahren und ableiten. In der vierten gemeinsamen Veranstaltung im November, bei der auch das Kompetenzzentrum GreenShipping Niedersachsen mit an Bord war, informierten sich über 80 Teilnehmende über „Antifouling“.  

Antifouling ist aus betriebswirtschaftlicher wie ökologischer Sicht ein wichtiges Thema. Denn Biofouling als unerwünschter Bewuchs von Schiffsrümpfen durch Mikroorganismen, Pflanzen, Algen und Tiere trägt zur Einschleppung und Verbreitung nichteinheimischer Arten bei. Darüber hinaus erhöht es den Strömungswiderstand sowie das Gewicht des Schiffes und steigert dessen Energieverbrauch. Umgekehrt kann ein effektiver Bewuchsschutz die hydrodynamischen Eigenschaften der Schiffe verbessern, Treibstoff sparen und ebenso zu verminderten Transportkosten wie auch einer Reduktion von umweltbelastenden Emissionen führen. Vier Expertinnen und Experten beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und gaben Einblick in ihre Tätigkeiten und Projekte.

Ins Thema eingeführt haben Dr. Nicole Heibeck und Dr. Antje Rusch vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Sie informierten darüber, welche Neuerungen die Regularien im Bereich des Biofoulings mit sich bringen und berichteten über weitere diesbezügliche Aktivitäten des BSH. Genannt wurden hier beispielsweise der „Runde Tisch Biofouling“ oder das Projekt „COMPLETE (Completing management options in the Baltic Sea Region to reduce risk of invasive species introduction by shipping)“ – ein EU-Interreg Projekt, an dem zwölf Partner aus sieben Ostseeanrainerstaaten beteiligt sind und welches das Biofoulingmanagement als zentrale Herausforderung adressiert.

Über weitere Neuigkeiten aus der Forschung berichteten Prof. Dr. Antonia Kesel und Dr. Barbara Scholz-Böttcher.

Während Prof. Dr. Kesel von der Hochschule Bremen über bionische Funktionsoberflächen für den Unterwassereinsatz referierte, stellte die am Institute for Chemistry and Biology of the Marine Environment (ICBM) der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg tätige Dr. Scholz-Böttcher die Ergebnisse einer Studie vor, in der untersucht wurde, inwieweit Antifoulinganstriche von Schiffen als Quelle für Mikroplastik in den Meeren verantwortlich sind.

Abgerundet wurde das Programm von der Vorstellung des ZIM-Innovationsnetzwerks Antifouling, das die EurA AG gemeinsam mit dem Maritimen Cluster Norddeutschland und dem Kompetenzzentrum GreenShipping Niedersachsen ins Leben gerufen hat. Marvin Natz von der EurA AG betonte in seinem Vortrag, mit welchem Engagement die dem Netzwerk angehörenden 21 Unternehmen und Institutionen ihre Arbeit aufgenommen hätten und erste Projektansätze für Entwicklungen gegen submarines Biofouling diskutieren.

Gewohnt souverän durch die Veranstaltung führte Prof. Dr. Iven Krämer. Die Organisatorin Eva von Soosten vom MCN freute sich über so viel Zuspruch: „Die hohe Zahl der Teilnehmenden und die vielen Fragen an die Expertinnen und Experten zeigen das große Interesse und bestätigen uns darin, dass wir dieses wichtige Thema auch weiterhin als Schwerpunkt im GreenShipping Niedersachsen Projekt verfolgen werden.“

Die Präsentationen der Referierenden finden Sie hier.

Das MCN und der VDI planen auch im Jahr 2022 die Durchführung einer Kooperationsveranstaltung. Sie dürfen also gespannt sein!